Dieser Workshop ergab sich aus der Konsequenz und der Konzeption der vorhergehenden Workshops.

Die Erfahrung zeigte uns, dass Mitstreiter:innen auf Widerstände stießen bzw. mit Dingen umgehen mussten, welche so nicht erwartet wurden. Hieraus ergab sich das Spannungsfeld von Widerstand und Form. Generell gesprochen: Widerstand ist essentiell in unserem Leben. In jedem lebenden Organismus braucht es Widerstand, sonst wird er formlos. Die Natur passt die physiognomische bzw. auch geistige Form den Widerständen an oder findet eine neue Gestalt, um leben zu können. Ein dauernder Lernprozess.
 

Wir Menschen neigen dazu, dass, wenn etwas nicht klappt, wir missverstanden werden oder es sich anders darstellt als gedacht, dies als negativ zu werten und einen Widerstand wahrzunehmen oder zu entwickeln. Es ging darum, zu verdeutlichen, dass Widerstand etwas positives und unabdinglich für jede Form ist. Der Kern einer lebendigen und gesunden Form liegt in den Erneuerungskräften, die kontinuierlich an dem Jetzigen wirken müssen. Wenn dies nicht geschieht, dann zerfällt die Form. Sie wird zu eine eingefrorenen Moment.

Hier setzte unser Workshop an. Für die Entwicklung der Zukunft, benötigt man genau diese befeuernden Kräfte des „Widerständigen“, aber man stößt auch auf „Widerstand“. Und viele begeisterte Ideen schweben zu lange; sie in Umsetzungsformen zu gießen, davor schreckt man leicht zurück, weil etwas von ihrem Charme dann immer verloren geht. Man gibt auf, man greift nicht zu. So wollten wir mittels Plastizieren und Schmieden–Form und Widerstand im Körperlichen
erlebbar machen.

Zu begreifen, dass Widerstand die Form gibt und ohne Widerstand die Form versinkt, lässt verstehen, dass die Umsetzung einer Idee aus drei Bestandteilen besteht. Der Moment der Geburt (Idee) ist Chaos, die Vergesellschaftung der Idee ist Bewegung im Sozialen–dass sich bewusst werden–und der Widerstand hieraus ergibt den verhandelbaren Rahmen–die neue Form. Ein Kreislauf wird sichtbar.

 
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